Wasserpflanzen und Wurzeln?
F. MattierTeilen
Wasserpflanzen und Wurzeln: Braucht man wirklich einen Boden im Aquarium?
Untergetauchte Wasserpflanzen werfen Aquarianern oft dieselbe Frage auf: ernähren sie sich über ihre Wurzeln oder direkt aus dem Wasser?
Braucht man einen nährstoffreichen Boden, ein technisches Substrat oder Dünger, damit sie sich richtig entwickeln?
Tatsächlich funktioniert die Wasserpflanze ganz anders als Landpflanzen, und viele Irrtümer halten sich noch. Dieser Artikel bietet eine einfache, wissenschaftliche und zugängliche Erklärung der wirklichen Rolle der Wurzeln bei Wasserpflanzen, insbesondere in natürlichen und Low-Tech-Aquarien.

Wie ernähren sich untergetauchte Wasserpflanzen (Blätter, Wurzeln oder Wasser)?
Im Gegensatz zu Landpflanzen leben Wasserpflanzen vollständig eingetaucht in ihrer Nährlösung: dem Wasser. Sie können daher die benötigten Elemente über alle ihre Organe aufnehmen:
- Blätter,
- Stängel,
- und manchmal Wurzeln.
Sie mussten nie Barrieren gegen das Austrocknen entwickeln, wie die wachsartigen Cuticula der Landpflanzen. Dieses Fehlen von Spezialisierung erklärt, warum die Nährstoffaufnahme hauptsächlich direkt im Wasser über die Blätter erfolgt.
Einige Landpflanzen behalten übrigens aus ihrer aquatischen Herkunft eine Restfähigkeit zur Blattaufnahme, die sie von ihren aquatischen Ursprüngen geerbt haben und heute für die Zufuhr von Spurenelementen durch Sprühen nutzen.

Untergetauchte Blätter und oberirdische Blätter: zwei Formen, zwei Funktionen
Bei mehreren Wasserpflanzenarten weisen die oberirdischen Teile eine andere Morphologie auf als die untergetauchten Teile. Dies ist insbesondere bei dem tausendblatt der Fall.
Die untergetauchten Blätter sind angepasst an:
✅ der direkten Aufnahme von Nährstoffen aus dem Wasser,
✅ einer geringen mechanischen Belastbarkeit,
✅ einer ständigen Aussetzung.
Die emers stehenden Blätter können weder unter Wasser effektiv ernähren noch an der Luft austrocknen. Diese Dualität zeigt die sehr feine Anpassung der Wasserpflanzen an ihre Umgebung.
Sind die Wurzeln von Wasserpflanzen im Aquarium unverzichtbar?
Bei in einem Substrat verwurzelten Pflanzen können die Wurzeln zur Ernährung beitragen. Dennoch bleibt ihre Rolle oft nebensächlich und selten lebenswichtig.
In einem Aquarium diffundiert ein großer Teil der im Boden vorhandenen Nährstoffe schnell durch osmotischen Druck ins Wasser. Die Pflanzen können daher direkt über ihre Blätter darauf zugreifen.
Warum sieht man bei manchen Arten so viele „Wurzeln“?
Verankerung und Stabilität
In vielen Fällen ist die Hauptfunktion dieser Organe nicht die Ernährung, sondern die mechanische Stabilität.
Strömung, grabende Fische oder Wasserbewegungen erzwingen eine minimale Fixierung der Pflanzen. Ohne diese würden sie ständig verschoben und verlören ihre Ausrichtung zum Licht.
Der Fall der ausschließlich blattbürtigen Pflanzen
Einige Wasserpflanzen ernähren sich ausschließlich über die Blätter, insbesondere:
🌱 die Najas.
Bei diesen Arten stammt 100 % der mineralischen Ernährung aus dem Wasser.

Wurzeln oder Rhizoide: eine wesentliche Unterscheidung
Die bei diesen Pflanzen beobachteten weißen Fäden sind keine echten Wurzeln im botanischen Sinne. Es handelt sich um Rhizoide:
➡️ ohne spezialisierte Wurzelgewebe,
➡️ unfähig, nennenswerte Nährstoffe aufzunehmen,
➡️ ausschließlich der Verankerung und Ausrichtung gewidmet.
Ihre Aufgabe ist es, die Pflanze in einer stabilen Position zum Licht zu halten und eine ständige Neuorientierung zu vermeiden.
Brauchen Wasserpflanzen im Aquarium einen Boden oder ein nährstoffreiches Substrat?
Im Aquarium können viele Pflanzen leben:
- ohne Substrat,
- direkt in der Wassersäule,
- oder mit einfachem neutralem Sand.
Ohne starke Strömung entwickeln sie sich perfekt ohne nährstoffreiches Substrat. Die Vorstellung, ein technischer Boden sei unverzichtbar, ist oft eher Marketing als Biologie.

Ein kohärenter und funktionaler Low-Tech-Ansatz
Bei Aquazolla werden nur einfache und autonome Wasserpflanzen ausgewählt. Das bedeutet:
👍 keine CO₂-Zugabe,
👍 kein Dünger,
👍 kein technischer Boden.
In einem ausgewogenen Aquarium produzieren die Tiere natürlich:
- CO₂ durch die Atmung,
- Mineralien durch ihre Ausscheidungen.
Die Pflanzen nehmen diese Elemente direkt aus dem Wasser auf und verwandeln Abfälle in pflanzliche Biomasse. Zusätzliche Einträge stören dieses Gleichgewicht.
Wasserpflanzen haben also eine zentrale Rolle: das Wasser zu reinigen und Abfälle direkt in der Wassersäule in Grünmasse umzuwandeln.

FAQ
Ernähren sich Wasserpflanzen über die Wurzeln oder über die Blätter?
In den meisten Fällen ernähren sie sich direkt über Blätter und Stängel, indem sie die im Wasser vorhandenen Nährstoffe aufnehmen.
Braucht man unbedingt ein nährstoffreiches Substrat für Aquarienpflanzen?
Nein. Viele Wasserpflanzen gedeihen sehr gut ohne nährstoffreichen Substrat, besonders in Low-Tech-Aquarien.
Kann man Wasserpflanzen ohne Boden halten?
Ja. Viele Arten können ohne Boden direkt in der Wassersäule leben.
Sind die langen weißen Fäden echte Wurzeln?
Oft nicht. Es handelt sich meist um Rhizoide, deren Funktion die Verankerung und nicht die Ernährung ist.
Brauchen Wasserpflanzen Dünger?
In einem ausgewogenen Aquarium reichen die von den Tieren produzierten Abfälle in der Regel aus.
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Wasserpflanzen nutzen direkt das, was das Ökosystem ihnen zur Verfügung stellt.
Ihr tatsächliches Funktionieren zu verstehen, ermöglicht es, natürlichere, stabilere und lebendigkeitsfreundlichere Aquarien zu gestalten.

2 Kommentare
Encore un bel article plein d’enseignement.
Article très intéressant pour lequel j’ai toujours été en accord.