Faut-il nettoyer son aquarium ?

Sollte man sein Aquarium reinigen?

F. Mattier

Soll ein Aquarium „sauber“ sein?

Und was bedeutet das?

 

Als ich jung war, erzählte mir eine Dame, dass ihr Sohn ein leidenschaftlicher und sehr erfahrener Aquarianer sei. Um die Sorgfalt zu verdeutlichen, mit der er seiner Leidenschaft nachging, erklärte sie stolz, dass er „niemals die Hände ins Wasser steckte“, weil ein Aquarium so zerbrechlich und sehr technisch sei.

Das war eine Zeit, in der Mikroben beängstigend waren und die Antwort darin bestand, sie zu beseitigen.

Natürlich wusste man, dass der Filter des Aquariums Bakterien enthielt.

 

Ein Filter sorgt für die Hygiene des Aquariums.

Er hat zwei Aufgaben.

 

Die eine ist mechanisch: Er saugt alle „Unreinheiten“ im Wasser auf und hält sie zurück.

Die andere ist biologisch: Er beherbergt Bakterien, die diese Abfälle abbauen, sie in Nitrite und dann in Nitrate umwandeln, die weniger giftig sind und von den Pflanzen aufgenommen werden können.

 

Fehlen Pflanzen, die diese Nitrate aufnehmen, sammelt sich das Nitrat im Aquarium an. Der Filter lässt sie NIE verschwinden.

Vor allem weiß man heute, dass ohne Filter dieselben Bakterien genau dieselbe Arbeit verrichten, aber direkt im Aquarium selbst. Ganz einfach.

 

Wenn man also keinen Filter hat, setzen sich die Unreinheiten (Kot, abgestorbene Blätter, vergessene Futterreste…) auf dem Boden ab, und die Bakterien, dieselben wie im Filter, bauen sie auf dieselbe Weise ab. Sie sind im Sand, an den Scheiben, auf den Pflanzen und Steinen und sogar im Wasser in Schwebe!

 

Der einzige Unterschied ist also nur optisch: Ohne Filter sieht man etwas mehr Ablagerungen auf dem Boden, wobei kein Filter sowieso alle aufsaugt.

Ob mit oder ohne Filter, wenn man das natürliche Aussehen dieser Ablagerungen nicht mag, benutzt man ab und zu einen „Staubsauger“, der in wenigen Minuten alles absaugt.

 

Seit dieser Erkenntnis über die sehr bescheidene (wenn nicht gar vernachlässigbare) Bedeutung des Filters für das Gleichgewicht eines Aquariums haben sich die Kenntnisse über die Mikrobiome (die Ansammlungen von Mikroben in einem System) ständig erweitert.

Man weiß heute, dass die vielfältigsten Mikrobiome die stabilsten sind. Wo man früher eine kleine Menge Bakterienstämme kaufte, um den berühmten Stickstoffkreislauf zu sichern, weiß man heute, dass dieser Kreislauf von Hunderten Arten gewährleistet wird, und dass das für viele andere Kreisläufe (Phosphor, Kalium usw.) ebenso gilt.

So wie viele moderne Krankheiten durch eine Verarmung unseres Darmmikrobioms verursacht werden, ist ein Aquarium umso stabiler, je mehr mikrobielle Arten es enthält.

 

Je mehr verschiedene Arten vorhanden sind, desto weniger Platz gibt es für einen Neuankömmling, der alles übernehmen möchte, zum Beispiel eine Krankheitserregerart.

In einem komplexen Mikrobiom hält sich jeder in Acht!

 

So hat die Tiermedizin das erstaunliche Konzept der „sauberen Schmutz“ entwickelt.

In Zuchten geht es nicht mehr darum, alles zu sterilisieren und eine völlig vergebliche vollständige Keimfreiheit anzustreben. Im Gegenteil, eine solche „extreme Sauberkeit“ würde jedem neuen Mikroben von außen freie Bahn geben, sich auszubreiten, da keine Konkurrenz vorhanden ist.

Man bevorzugt heute eine Strategie, die eine gewisse „Restverschmutzung“ toleriert, die tatsächlich alle Mikroben enthält, an die die Zuchttiere gewöhnt sind, weil sie ihre eigenen sind. Ihre Abwehrkräfte sind darauf eingestellt, und ihr Körper lebt damit.

 

Aus demselben Grund fürchtet man auf Reisen die „Reisedurchfälle“. Sie sind nicht unbedingt auf mangelnde Sauberkeit des Landes zurückzuführen, sondern vor allem darauf, dass die dortigen Mikrobenstämme dem Körper unbekannt sind, der daher nicht mit ihnen leben kann. Wenn man länger in diesem Land lebt, bekommt man keine „Reisedurchfälle“ mehr.

 

Ein zu sauberes Aquarium ist meist instabil.
Kein natürliches Ökosystem ist keimfrei. Im Gegenteil, alle Oberflächen in der Natur sind mit Mikroben bedeckt (unsere Haut, unser Darm, die Wurzeln der Pflanzen, ein einfacher Stein, ein Sandkorn…).

 

Man schätzt heute, dass der Anteil krankheitserregender Mikroben unter 0,5 % liegt, selbst bei den Viren, die uns so Angst machen.

Die Haut eines Fisches, sein Maul, sein Verdauungstrakt usw. sind dafür gemacht, mit Mikroben bedeckt zu sein.
Auch Pflanzen leben völlig bedeckt von Bakterien, Viren und sogar Mikroalgen, von denen einige für ihre Gesundheit oder die Aufnahme bestimmter Stoffe über die Blätter unverzichtbar sind. Eine Wasserpflanze ohne Algen gibt es in der Natur nicht.

 

Ein kleiner Wasserfloh, ein hübscher Schwarzwurm, eine Blasenschnecke oder eine Wasserassel geben bei einem einfachen Kotgang jeweils mehrere Tausend verschiedene mikrobielle Stämme in die Umgebung ab (zwischen 4.000 und 10.000).

Und die Wasserassel produziert nicht dieselben wie der Wasserfloh, der wiederum andere produziert als eine posthornschnecke!

 

Die wahre Artenvielfalt ist in Wirklichkeit mikrobiell.
Und die natürliche Aquaristik, die auf dieser Vielfalt beruht, nutzt sie, anstatt sie zu bekämpfen.

Mikrofauna, Mikroben oder Algen, sie fürchtet nichts davon wirklich.

 

Ein natürliches Aquarium ist also eher „schmutzig“, aber darauf ist es stolz!

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4 Kommentare

Merci pour cet article qui confirme ce que je pensais.

Martine Pellet

Ça y est, j’ai passé le cap. Plus de filtre et plus de poissons dans mon bassin depuis l’année dernière. Je n’arrivais pas à faire cohabiter les bestioles et les poissons malgré mes efforts. Le bassin a virer au vert. L’eau transparente est devenue opaque. Au printemps je l’ai re-inséminé avec des tas de bestioles d’Aquazolla et depuis quelque temps l’eau est redevenue transparente. Je vois des bestioles partout dont certaines que je ne connais pas. C’est passionnant à regarder, très riche. J’utilise une petite caméra faite regarder dans les canalisations pour regarder au fond du bassin. C’est fou, la faune qu’il y a. Des fois un gros dytique passe devant l’objectif attiré par la lumière. Je pense que mon bassin commence à trouver son équilibre. La seule chose que j’ai laissé sont des bulleurs pour assurer l’oxygénation. J’hésite encore à les retirer, pourtant avec les plantes oxygénantes qu’il y a, ça devrait le faire. J’y vais doucement. C’est un vrai changement de paradigme. Je ne touche plus au bassin. Je le laisse tranquille et j’observe.

Francois

Encore un excellent article. Un copain biologiste me disait qu’un aquarium était une fosse septique pleine de bactéries qu’il ne fallait surtout pas nettoyer sans arrêt sinon on détruisait l’équilibre du bac.

Pascal Royer

Merci pour ce bel article! Un pas de plus sur mon chemin un peu tortueux pour me passer du filtre de mon 240l. Pour le moment, je suis à mi- chemin, avec introduction de planobre d’ asselles et consorts, mais toujours avec un filtre

Fabienne Mégevand

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