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Kann man wirklich auf einen Filter verzichten? Das Geheimnis des lebendigen Stickstoffkreislaufs

F. Mattier

Wenn ich 1981 mit der Aquaristik begann, so war es erst 2004, nach Erfahrung und der Entdeckung des Konzepts des Müllbeckens, dass ich theoretisierte und öffentlich zu vertreten begann, dass ein motorisierter Wasserfilter in einem gut durchdachten Aquarium überflüssig ist. Man sah mich an wie einen Außerirdischen. Für viele war das eine völlige Ketzerei. Der Aquaristikhandel damals trommelte uns ein, dass eine überstarke Pumpe nötig sei, die das Beckenvolumen drei- bis viermal pro Stunde umwälzt, sonst würde unser Ökosystem innerhalb weniger Tage zusammenbrechen.

Doch meine Becken liefen wunderbar. Das Wasser war kristallklar, die Fische kerngesund und die Pflanzen üppig. Kein Anzeichen eines Motors.

Heute möchte ich meine Erfahrung als Pionier der einfachen Technik mit Ihnen teilen. Ich werde erklären, warum das Aquarium ohne Filter keine Laune eines Sonderlings ist, sondern die logische Folge eines echten Verständnisses des natürlichen Stickstoffkreislaufs.

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1. Die historische Anekdote: Als die elektrische Eisenbahn ins Wasser kam 🚂

Um unsere Abhängigkeit vom Filter zu verstehen, muss man in der Zeit zurückgehen. Wussten Sie, wie die ersten motorbetriebenen Pumpenfilter für Aquarien in den 60er Jahren entstanden sind?

Sie wurden nicht von Biologen erfunden, die das Leben der Fische verbessern wollten. Sie sind das Ergebnis der Diversifizierung eines bekannten deutschen Unternehmens… das elektrische Eisenbahnen und Spielzeug herstellte! Sie hatten die kleinen Motoren, sahen einen aufkommenden Markt und schufen den Bedarf.

Der mechanische Filter ist also vor allem ein Triumph des industriellen Marketings über die Biologie. Geduld und Beobachtung wurden durch eine Steckdose ersetzt.

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2. Das wahre Zuhause der Bakterien (Spoiler: Es ist nicht die Plastikbox) 🦠

Das Hauptargument der Filterverkäufer ist die „biologische Filterung“: Der Filter sei das unverzichtbare Zuhause der guten Bakterien.

Das ist biologisch falsch. Die nitrifizierenden Bakterien (die das giftige Ammoniak in Nitrite und dann in Nitrate umwandeln) leben nicht „im“ Wasser in Schwebe, noch ausschließlich in den Keramikringen Ihres Filters. Sie haften an Oberflächen.

In einem natürlichen Aquarium besiedeln diese Bakterien jeden Sandkorn, jede Scheibe, jede Wurzel, jedes Blatt. Erinnern Sie sich an die alten „Sandunterfilter“ unserer Großeltern! Sie hatten eine grundlegende Sache verstanden: Es sind der Boden und die Einrichtung, die immer die wahren Motoren des Aquariums waren. Das Äquivalent Ihres Filters ist Ihr Boden. Die Plastikbox ist nur eine winzige Fläche im Vergleich zur Weite Ihrer Einrichtung.


3. Das Nitrats-Paradoxon und das CO2-Problem 💨

Der moderne Filter hat zwei große Mängel, die oft verschwiegen werden.

Der erste ist die Nitratfabrik.
Ihr Filter, ebenso wie die Bakterien in Ihrem Boden, ist sehr gut darin, giftige Abfälle in Nitrate umzuwandeln. Aber dann? Er hört dort auf. Er sättigt Ihr Wasser mit Nitraten (die Algen begünstigen), was Sie zu massiven Wasserwechseln zwingt. In meinen stark bepflanzten Becken messe ich 0 Nitrat. Warum? Weil meine Pflanzen (über Wasser wachsend, schwimmend, schnell wachsend) das einzige wirkliche Mittel sind, diese Endnitrate zu verbrauchen.

Der zweite ist der CO2-Verlust.
Ein Filter bewegt die Wasseroberfläche. Diese übermäßige Bewegung führt zu Entgasung: Das wertvolle CO2, das natürlich im Wasser vorhanden ist, entweicht in die Luft. Dadurch berauben Sie Ihre Pflanzen ihres Haupttreibstoffs und schwächen so die einzige wirkliche Reinigungsquelle Ihres Beckens.


4. Das Leben schützen und die organische Belastung neu denken 🐌

Meine Ablehnung des Filters ist auch eine ethische Entscheidung zum Schutz des Lebens. Ich habe unzählige Jungfische, winzige Garnelen oder Wasserasseln gesehen, die von Rotoren zerquetscht oder in synthetischen Schwämmen zu Tode gefangen wurden. Ohne Filter schwimmt und vermehrt sich die Mikrofauna in Frieden.

Und glauben Sie nicht an den Mythos, dass ein Becken ohne Filter nur „sehr wenige Fische“ beherbergen kann. Die organische Belastung hängt nicht von der Leistung einer Pumpe ab, sondern vom Verhältnis zwischen Ihren Pflanzen und Ihren Fischen. Viele kräftige Pflanzen können eine schöne Population tragen, wenn man nur gesunden Menschenverstand walten lässt.

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5. Meine Methode für einen ruhigen Übergang (das Abgewöhnen) 🛠️

Wenn Sie bereits ein gefiltertes Becken haben und den Schritt zur Umstellung auf ein natürliches Aquarium wagen wollen, ziehen Sie nicht einfach über Nacht den Stecker! Hier ist meine Methode in 4 Schritten für ein sanftes Abgewöhnen:

Schritt 1: Vorbereitung der Nitrataufnahme

Pflanzen ersetzen nicht die Rolle des Filters (sie wandeln kein Ammoniak um), aber sie sind unverzichtbar, um das Endergebnis aufzunehmen: die Nitrate. Bevor Sie mit der Umstellung beginnen, stärken Sie Ihre Pflanzenmasse. Fügen Sie massenhaft schnell wachsende Pflanzen hinzu (Hornblatt, Elodea) und Oberflächenpflanzen (Salvinien, Große Wasserlinsen), die die größten Verbraucher von Verschmutzung sind.

Schritt 2: Wiederbesiedlung mit Mikrofauna

Der Filter saugte und sammelte die physischen Abfälle. Ohne ihn übernehmen die Detritusfresser diese sorgfältige Zersetzungsarbeit im Boden. Setzen Sie Wasserasseln, Ostrakoden ein und sorgen Sie für eine gute Schneckenmannschaft (Melanoides zum Umwälzen des Sandes, Posthornschnecken für die Blätter). Sie werden die Einrichtung besiedeln und die mechanische Wirkung Ihrer blauen Schwämme ersetzen.

🔗 Die ZollaBox Start (Mikrofauna und Bakterien)

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Schritt 3: Das schrittweise Abgewöhnen und die goldene Regel des Entfernens

Schalten Sie die Pumpe nicht abrupt aus. Reduzieren Sie über etwa 15 Tage allmählich die Fördermenge Ihres Filters (wenn einstellbar) oder verengen Sie leicht den Auslass. Diese Drosselung ermöglicht es den Bakterien in Ihrem Boden und an Ihrer Einrichtung, sich natürlich zu vermehren, um den Rückgang der mikrobiellen Population im Filter auszugleichen.

⚠️ DIE GOLDENE REGEL: Nach diesen 15 Tagen, wenn Sie den Motor endgültig abschalten, müssen Sie den Filter sofort aus dem Aquarium entfernen.
Ein abgeschalteter Filter, der im Wasser bleibt, wird schnell zu einem sauerstofffreien Milieu. Die Filtermaterialien, die gefangenen Abfälle und vor allem die Milliarden Bakterien sterben sehr schnell und setzen eine massive giftige Verschmutzung in Ihrem Becken frei. Man schaltet ihn aus, man nimmt ihn heraus!

Schritt 4: Beobachten statt Chemie

Verstauen Sie Ihre beunruhigenden chemischen Testsets. Beobachten Sie das Leben! Wenn Ihre Fische ruhig atmen, wenn Ihre Schnecken (Melanoides) brav im Boden bleiben, statt zur Oberfläche zu fliehen, dann hat der natürliche Stickstoffkreislauf erfolgreich übernommen.

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Fazit

Die Wahl des „ohne Filter“ bedeutet letztlich, sich von einer technischen Zwänge zu befreien und sich wieder der Beobachtung zuzuwenden. Es heißt, der Natur und Ihrem Boden zu vertrauen, der Millionen Jahre Vorsprung vor unseren Plastikpumpen hat.

Wenn ich das zu einer Zeit schaffen konnte, als alle mich für verrückt hielten, können Sie es heute schaffen, begleitet von der Aquazolla-Gemeinschaft. Ziehen Sie den Stecker, nehmen Sie die Box heraus und sehen Sie zu, wie das Leben einzieht! 😉

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5 Kommentare

Bonsoir,
Merci pour cet article, c’est instructif et inspirant. Ça reprend en grande partie l’application du système Jaubert ou du Deep Sand Bed en récifal, plutôt low tech et efficaces.
Ça me fait cogiter et ça amène plusieurs questions ;

- Sans filtre oui, mais avec pompe de brassage ? (ex du système Jaubert justement) Il y a des poissons qui apprécient une eau lente, mais certains ont besoin de courant, qui a d’autres intérêts comme déplacer les masses d’eau et éviter l’accumulation de matière et la stratification de la chaleur.

-Même question pour les pompes à air ; est-ce un atout utile dans un aquarium sans filtre ou sans pompe de brassage ? Les plantes vont fournir du O2 en journée, mais pas de nuit (sauf les Isoetes, les seules plantes aquatiques en Crassulacean Acid Metabolism).

-Sur l’ordre des étapes pour enlever un filtre, l’ensemble me paraît logique, mais est-ce qu’il ne vaudrait pas mieux faire la 3 (couper le filtre) avant la 2 ? Si justement le filtre fait partie du problème pour la microfaune, est-ce qu’on ne risque pas de bousiller toutes les bestioles en 15 jours ?

Merci pour votre retour !
Aurélien

Aurélien

Tout semble si simple lorsque vous l’expliquez, que j’ai plusieurs fois voulu tenter la séduisante aventure du lowtech ! La 1ère fois pour mes killis, la seconde pour des crevettes, en suivant bien tous les conseils. Eh bien je dois vraiment être nulle parce qu’à chaque fois c’est l’échec…! Les aquariums ne cyclent jamais, les nitrites restent trop haut… dès l’ajout d’une toute petite pompe, oh miracle : les nitrites disparaissent et l’aquarium devient viable pour les animaux ! Le plus inquiétant est que je ne m’en serais pas rendue compte sans mes fameux tests en gouttes de “petit chimiste” et aurais béatement introduit mes animaux dans un bac pourtant toxique… Je ne sais pas ce que j’ai raté… ceci dit ça fonctionne pour la microfaune qui n’a visiblement pas de problème à se reproduire dans ces conditions !

Léa

What about maintaining an even temperature? The filter works with a pump which moves the water creating a cyclical flow from an outlet on one side to an intake on the other. This flow disperses the warmer water close to the heater throughout the aquarium to give an even temperature.

Paul E

Bonjour,
effectivement je suis entièrement d’accord avec vous concernant l’aquarium en lui même, aussi cet aquarium ne peut pas supporter certaines espèces vivant dans des eaux plus chaudes car les plantes ne supportent pas toutes des températures élevée.
Lorsque j’explique le principe je parle de biotope adapté a la vie de certaines espèces de plantes et poissons vivant en harmonie.
Cordialement
Christophe

chrétien

Merci pour votre article.
Si aucune pompe n’est présente dans le bac, quid de l’homogénéité des paramètres physico-chimiques de l’eau, de la température, de la teneur en CO2 etc…?
Merci d’avance pour votre réponse.

Geoffrey

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