Den Filter im Aquarium entfernen: Und wenn das möglich wäre?

Diese Frage, die man früher kaum zu stellen wagte, steht heute auf der Tagesordnung.
Viele Aquarianer entdecken nämlich, dass ihr Aquarium auch ohne Filter genauso gut funktioniert.
Entschlüsselung einer neuen Praxis, warum und wie funktioniert das?

 


Immer mehr Liebhaber entdecken eine einfachere Aquarienhaltung, indem sie auf den Filter verzichten.

Anfang der 2000er Jahre stellte der Erfolg des Mülltonnen-Aquariums einen stillen, aber tiefgreifenden Bruch im Wissen der Aquaristik dar.

Einige Enthusiasten begannen, ihre Fische im Sommer in einfachen Plastikeimern oder Wasserauffangbehältern im Garten zu halten! Die Idee war, ihnen nach einem Winter im Aquarium ein wenig echtes Wildleben zu bieten, weniger Stress und weniger Gefühl der Gefangenschaft.

Keine Heizung (und somit unregelmäßige Temperaturen), keine Belüftung, kein Filter… nichts entsprach den Standards der Aquaristik.

Doch entgegen aller Erwartungen stellte man fest, dass sich die Fische unter diesen eher… erstaunlichen Bedingungen oft viel besser entwickelten und gesünder waren!
Für die erfahrensten Aquarianer war das ein Rätsel, manche konnten kaum glauben, was sie sahen.



Aber die entscheidende und bis heute meistdiskutierte Frage war: Wie konnten diese Behälter ohne jeglichen Filter funktionieren, während unsere Aquarien immer einen haben?

Die ersten Reaktionen waren zögerlich und räumten ein, dass es „unter der Voraussetzung, sehr wenige Fische zu haben“ funktionieren könne.

Doch auch hier zeigte die Erfahrung das Gegenteil. Zumal einige bereits den Schritt gewagt hatten und auch den Filter aus ihrem Aquarium entfernt hatten… ohne negative Folgen!

Wie konnte so etwas möglich sein, wo doch ein Aquarium immer mit Filter verkauft wird?

Dem Filter im Aquarium werden zwei Funktionen zugeschrieben.

  • eine mechanische Funktion (Entfernung von Partikeln und Verunreinigungen aus dem Aquarium)
  • und eine biologische Funktion (Abbau von Abfällen und Sicherstellung des Stickstoffkreislaufs).


Ohne Filter ist die erste Funktion nicht mehr gewährleistet.
Die Abfälle setzen sich am Boden ab, anstatt sich in den Filtermaterialien anzusammeln. So wie es in der Natur geschieht.

Die biologische Funktion hingegen wird ohne Filter vollkommen erfüllt.
Sie braucht ihn nicht einmal. Wie in der Natur ist das gesamte aquatische Milieu ein sehr reichhaltiger Mikrobiotop, und Bakterien bevölkern es in Milliarden, sowohl im Wasser als auch an Wänden, Pflanzen, Boden… Jeder Sandkorn ist von einem Bakterienfilm umgeben, der aus unzähligen Mikroorganismen besteht.

So ist ein Aquarium mit ausreichender mikrobieller Vielfalt ein Filter für sich.

Diese Bakterien übernehmen alle biologischen Kreisläufe, einschließlich des berühmten Stickstoffkreislaufs.
Dieser Kreislauf besteht im Wesentlichen darin, organische Stoffe in Nitrite und dann in Nitrate (weniger schädlich) umzuwandeln. Und das funktioniert mit oder ohne Filter gleichermaßen gut!

Es ist jedoch eine hartnäckige Vorstellung zu glauben, der Filter könne mehr als das leisten (zum Beispiel den Nitratgehalt senken)…


Mit oder ohne Filter ist die Nitratmenge in einem Aquarium genau gleich.
Nur Pflanzen können sie durch Aufnahme verschwinden lassen.
Je stärker die Lichtintensität, desto intensiver tun sie das.

Das erklärt, warum Messungen in bepflanzten Mülltonnen-Aquarien erstaunlich niedrige Nitratwerte zeigten. Und das ohne Filter.
Auch hier wie in der Natur.

Es stimmt jedoch, dass die mechanische Funktion des Filters Ablagerungen am Boden vermeidet, die manche als unschön empfinden, indem er schwebende Partikel ansaugt und zurückhält. Aber ein einfaches Absaugen des Bodens zwei- bis dreimal im Jahr reicht aus, um dieses Problem zu lösen, das letztlich nur ästhetischer Natur ist.

Um auf den Filter zu verzichten, reicht es also, eine maximale mikrobielle Vielfalt zuzulassen.
Das ist die Aufgabe der Zollabox Start, die einem Aquarium oder Mülltonnen-Aquarium, ja sogar einem Teich, die Millionen von Mikrobenarten in ihren drei Dosen zuführt (und nicht nur einen geklonten Stamm!), und so eine wertvolle, reiche Gemeinschaft für das aquatische Gleichgewicht und maximale Artenvielfalt bildet.

Es besteht kein Zweifel, dass wir kurz vor wichtigen Entdeckungen über dieses aquatische Mikrobiotop stehen, über das die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt.



Übertriebene Sauberkeit ist der Feind des Aquariums!

Ein weiterer Vorteil des Verzichts auf den Filter ist, dass dadurch die Strömung und das Ansaugen wegfallen, die manche Arten stören. Diese Strömung ist sogar unbedingt zu vermeiden in Aquarien ohne Fische, die von mikroskopischem Leben und Pflanzen bevölkert sind. Ein Filter würde dann Ihre Ostrakoden, Ihre daphnien, Ihre Schlammröhrenwürmer und manchmal sogar die Wasserasseln ansaugen, die doch gerade den Reiz dieser so beliebten und ruhigen Meditationsaquarien ausmachen.

Die alten „Unter-Sand“-Filter, die an eine einfache kleine Luftpumpe angeschlossen waren und eine kaum spürbare Strömung erzeugten, indem sie das Wasser nur durch den Boden leiteten, nutzten bereits diese Fähigkeit des Aquariums, sein eigenes Mikrobiotop zur Gesunderhaltung zu verwenden!

Dann kam die Zeit der Technik um jeden Preis.

Manchmal bis zur Absurdität…

 

Für mehr Informationen über natürliche Aquarienhaltung, vergessen Sie nicht den Blog von Mattier.